Origami auf Griechisch

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Ich weiß nicht, was Origami auf Griechisch heisst. Wahrscheinlich wird die japanische Papierfaltkunst nicht übersetzt. Mein erstes Mal im Origami – Convenience Store ist eher enttäuschend. Glücklich endlich in Thessaloniki einen Coffeeshop gefunden zu haben, erwarte ich doch gleich eine Kreativschmiede ohnegleichen.

Aber nein, in diesem Straßencafé gibt es weder Papierfalter noch einen Kurs in der Kunst der kreativen Papiergestaltung. Dafür Kaffee, Sandwiches, Kekse, Gummibärchen, Bonbons, Schokoriegel, Eis am Stiel und sonstige Hüftvergolder. Und selbst gepresste Fruchtsäfte. Dazu eine gute Auswahl griechischer Printmagazine. Gar nicht so schlecht, um einen Tag im Zentrum der Hafenstadt schreibend, bloggend oder gedankenverloren im Café zu verbringen.

Allein gelassen werden die Besucher allerdings nicht umbedingt. Als ich nachts immer noch über meinem Text brüte, kommt ein Bettler vorbei. Um ihn los zu werden – ich gebe es zu – antworte ich auf Deutsch. „Oh, Sie kommen aus Deutschland?!“, antwortet der Alte mit leuchtenden Augen und einem bayrischen Akzent. „Ich auch. Ich komme aus München.“ Zwei Minuten später bin ich um drei Euro ärmer und der Bayer kann sich ein Gyros kaufen.

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Und habe gleich das nächste Gespräch an der Backe.  „Oh, Sie kommen aus Deutschland?!“, sagt die Frau am Nebentisch und verwickelt mich in ein Gespräch. Gleichzeit fragt sie mich nach den Bilder, die ich mir gerade auf meinem Laptop auf Facebook anschaue. „Ist das ein Freund von Ihnen? Das ist aber lustig!“, sagt sie und weist auf das Bild des fremden Mannes mit Hund. Es ist auf dem Facebook-Profil einer italienischen Bekannten, mit der ich als freiwillige Helferin im Flüchtlingslager gearbeitet habe. Wie soll ich denn alle ihre Freunde persönlich kennen? Doch meine neue griechische Bekanntschaft kennt keine Grenzen. „Und die? Ist die Türkin?“ Sie zeigt mit dem Finger auf das Bild einer jungen Frau im Hijab. Auch ein Foto in der Freundesliste meiner italienischen Facebook-Freundin. Oh Götter Griechenlands – woher soll ICH das denn wissen? Zehn Minuten später habe ich auch der Frau auch noch meine Telefonnummer preisgegeben. Sicherheitshalber die aus Deutschland . Aber was soll ich tun, wenn sie anruft?

Gegen Mitternacht ist sie verschwunden, und die Kellnerin hat mich in Ruhe meinen Text zu Ende schreiben lassen. Es ist nach eins. Ich bin der letzte Gast und glücklich, trotz Unterbrechungen wenigstens etwas heute geschafft zu haben.

 

 

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Als Fremde im Café Zeno

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Foto: Julia Christ

 

 

Allein der Name: Zeno – der Fremde. Das muss ja schon Menschen aus Berlin und Bogota, aus Toronto und Toulouse geradezu einladen, hier einen Freddo Cappuccino oder einen Greek Coffee zu schlürfen. Und zu verweilen. Denn wer einmal nach Polykastro, in diese Kleinstadt im Norden Griechenlands nahe der mazedonischen Grenze gefunden hat, rauscht nicht einfach durch. Okay, ab und zu verirren sich ein paar Wanderer in den Norden Griechenlands, sie besteigen vielleicht den Berg Paiko oder gehen durch den Wald, um die Wasserfälle von Skra zu bewundern. Und kommen im Café Zeno an der Hauptstraße Polykastros vorbei.

Ansonsten ist das, mit Sofas und alten Gemälden bestückte Café Anlaufstelle für viele Ehrenamtliche, die es seit der Flüchtlingskrise nach Idomeni gezogen hat. Ein Grund ist vielleicht der W-Lan-Anschluss und die vielen Steckdosen, die das Kaffeehaus Bloggern und anderen digital nerds zu bieten hat. Ein anderer Grund ist vielleicht das Frühstücksangebot hier: Englisches Frühstück mit Schinken und Eiern, belegte Sandwiches, griechischer Joghurt mit Früchten oder Cornflakes, Croissants, Kuchen oder kontinentales Frühstück. Das mag für verwöhnte Frühstücksliebhaber aus Berlin oder München mager anmuten. Tatsache ist, dass es hier überhaupt ein Frühstücksangebot gibt. Angesehen von Café Rusty an der Turmuhr bieten die Bars und Lokale in der Gegend nur fettige Böreks oder Crossiants zum Frühstück an. Wenn überhaupt.

Mittlerweile ist Europas größtes improviertes Flüchtlingslager in Idomeni zwanggeräumt. Ein Teil der freiwilligen Helfer ist immer noch da. Denn die Flüchtlingskrise ist noch lange nicht vorbei, und die meisten Menschen harren in zurzeit meist noch unterversorgten, abgelegenen Militärlagern (teils verschmutzt, Waschbecken statt Duschen, zu wenige Toiletten) aus. Hilfe von NGOs und Ehrenamtlichen aus der ganzen Welt haben diese Zentren bitter nötig. So trifft man sich immer noch im Café Zeno. Und mengt sich unter die vielen alten, griechischen Männer, die mit teils finsteren Gesichtern hier stundenlang Kette rauchen.

Manchmal zieht der landestypische Windsturm durch Polykastro, manchmal regnet es in Strömen, manchmal brennt die Sonne gnadenlos auf die Haut. Aber immer wenn ich dort bin, steht vor dem Café ein Fahrrad. Ich weiß nicht, wem es gehört. Aber nach zwei Moanten Autofahren bin ich auch wieder auf den Drahtesel umgestiegen. Und sehe mich in Cafes 70 Kilomter südlich um. In Thessaloniki.

 

 

 

Kaffeesatz

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Wenn es Mitte Mai in Berlin Kirschblüten schneit und die Sonne von einem schwarzen Wolkenmeer verschlungen wird plötzlich der erste Regentropfen in deinem Kaffee landet und Kreise malt die dich in deine Kindheit versetzen als du mit Steinchen versucht hast die Tiefe eines Flusses zu ergründen dann ist wohl etwas in deinem Leben passiert was durchaus von Bedeutung sein könnte etwas das du jetzt gerade nicht so richtig zu fassen vermagst nicht in Worthülsen eintüten kannst nicht wie sonst immer und ständig und viel zu oft möglicherweise gibt es dafür diesmal keine Umschreibung nicht mal eine Ahnung eines Ansatzes und du weißt das sehr genau und du kennst dich viel zu lange und deshalb wartest du einfach nur auf den nächsten Regentropfen der neue Kreise zieht und deinen Kaffee Wellen schlagen lässt über den Rand der Tasse hinaus es peitschen Hagelkörner in dein Gesicht und du lässt dich bombardieren von diesem irgendwie gewaltigen Moment und greifst um der Lächerlichkeit dieses seltsamen Sekundenkarusells Willen wegen stur zum Kaffee der längst kalt geworden ist und vorsichtig als wenn etwas Heißes auf dich zukommen könnte trinkst du einen ersten Schluck während weiter der Himmel auf dich eindrischt und du dir denkst also gemütlich ist das nicht.

arabica12

Frühling zum Kaffee

Sonne; jetzt verbrennen. Lichterloh. Verglühen. Zerfallen. Verdampfen. Atomisieren. Am besten erstmal explodieren. Peng. Großartig, denke ich mir beim vorsichtigen Nippen an diesem perfekt aussehenden Cappuccino. Aber HALLO Berlin! Prenzlberg. Bötzowstraße. Auf dem Schild des Cafes`das Gesicht des Besitzers. Seine eigene Marke sein. Super Idee! Dieser heisse Ball dort oben. Strahlend. Kräftig schon. Wach und da. Und ich hier. Mit meiner Tasse. Koffein. Der Boden bebt. Ganz leicht nur. Kurz. Vielleicht 1,6 auf der Richterskala. In mir ruckelt es noch etwas nach dem zweiten Schluck. Ich blättere in meiner Lektüre. Vergesse mich schnell. Von jetzt auf gleich. Und Schiller, der wandert und wandert und wandert zwischen Weimar und Jena auch heute noch im Januar Zweitausendfünfzehn und ich laufe und laufe und laufe von A nach B. So lange schon. Innerlich. Vor mir weg. Zu mir hin. Ich weiß es nicht. Wo ankommen und warum eigentlich? Ich bin glücklich. Ja. Und zufrieden. Selig. Das fühlt sich gut an. Nach diesem diffusem Sein der letzten Tage. Diese Straße aus Kaugummi. Der Regen. Dicke Tropfen. Meine Haare nass. Eine Frisur. Das war einmal. Kann auch ein IPhone Charlie sein? Ich kenne einen Kater. Mit langem Fell. Getigert. Schön gezeichnet.

Ich ziehe meine Mütze auf. Vorsichtshalber. Lege mein Buch beiseite. Und konzentriere mich auf diesen schrägen Vogel, der mit seinem Handy spricht oder spricht es mit ihm? Er scheint ein Date zu vereinbaren. Ein blind date höre ich aus seinem Gestammel heraus. Es gibt da diese App. Schicksal war gestern. Oh Gott. Der die das arme blind date. Und da wäre ich mal wieder bei diesem göttlichen Getränk. Welcher Geist hat diesen Saft belebt? Gütige Dame. Herr im Himmel. Liebes Christkind. Wo steht die Maschine? Werteste Barista. Seine Helligkeit. Und diese Pflanze. Die Sonne war gut zu ihr. Nicht nur gnädig. In Bahia muss es verdammt heiss sein. 

Eins meiner zwei Handys auf dem Tisch vibriert. Ich ziehe ein drittes Handy aus meiner Jackentasche und schaue auf die Uhr. Es ist kurz vor vier. Zeit zu gehen. Ich brauche unbedingt ein Viertes. Einen Apfel. Und eine Weste mit vielen Taschen. Viva la Diva. Conchita!

kahrmann `s own
bötzowstraße 21
10407 berlin

Verfasserin: arabica12

Über das Schreiben und das Kaffeetrinken

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Write a lot. And finish what you write. Don’t join writer’s clubs and go sit around having coffee reading pieces of your manuscript to people. Write it. (Jerry Pournelle)

Vor einigen Monaten saß Peter Wawerzinek in einem Glaskasten vor einem Theater in Berlin-Mitte. Der Schriftsteller wartete auf die zündende Idee für seinen neuen Roman. Mit diesem PR-Gag bestätigte der Autor den Mythos vom Schriftsteller, der auf seine Eingebungen von oben wartet.

Die meisten Schreibenden arbeiten jedoch anders. Sie warten nicht darauf, dass die Muse sie küsst. Sie setzen sich Tag für Tag zur gleichen Zeit an ihren Schreibtisch und… arbeiten an ihren Texten. Dabei haben die Künstler und Künstlerinnen ganz unterschiedliche Schreibzeiten.

Thomas Mann etwa soll nur von neun Uhr morgens bis zwölf Uhr mittags geschrieben haben, während Honoré Balzac sich die halbe Nacht und ein Großteil des Tages schreibender Weise um die Ohren geschlagen haben soll. Wenn der deutsche Schriftsteller zu späteren Tageszeiten Mittag gegessen und gelesen hat, spazieren gegangen und sozialen Aktivitäten nachgegangen ist, schrieb sich der Franzose schon wieder die Finger wund. Um dieses Arbeitspensum durchzuhalten, soll er sich mit 50 (!) Tassen schwarzen Kaffees wachgehalten haben.

Die amerikanische Schriftstellerin Maya Angelou wiederum schreibt von sieben Uhr morgens bis nachmittags um zwei, danach liest sie sich ihr Tageswerk durch, duscht, macht das Abendessen und liest ihren Text abends ihrem Ehemann vor.

Coffee with the Stars

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Loulou Lichtenstein und ich trafen uns neulich in einem Café. Dieses Café hat einen wirklich ausgezeichneten Kaffee. Der Espresso hat eine perfekte Crema. Der Milchschaum ist dick und sahnig. Es gibt ein traumhaftes Angebot an Kuchen und Bagels. Kein Wunder also, dass es ein bevorzugter Treffpunkt von Loulou Lichtenstein und mir ist.

Als ich ankam, saß Loulou schon im hinteren Teil des Cafés.

„Fällt dir eigentlich auch auf, dass hier nur Mütter mit ihren Säuglingen oder erwachsene Kinder mit ihren Eltern herumsitzen?“, sagte sie zur Begrüßung.
„Und nicht zu vergessen diejenigen, die Säuglinge haben, und ihre Eltern aus München oder Stuttgart hierher ausführen. Das ist hier langsam schon wie im Prenzlauer Berg“, lästerte ich.

Loulou nickte.

„Die mit den Eltern sitzen dahinten.“

Wir lachten.

Neben uns saßen zwei Frauen mit einem Säugling, der ständig quengelte. Das Kind wurde immer unruhiger, die Frauen zahlten und verließen das Café .

Für einen Moment war es leise bis eine Gruppe älterer Damen mit schrillen Stimmen das Café betrat.

Ich vertiefte mich in mein Gespräch mit Loulou. Ab und zu schraken wir auf, weil eine der älteren Damen krähte oder aufschrie oder vor Lachen wieherte. Irgendwann verließen die Damen das Café, dann war es wieder leise.

Ein Gruppe von vier Menschen betrat das Café und setzte sich an den Tisch, an dem noch vor geraumer Zeit die zwei Frauen und der Säugling gesessen hatten. Ich bin zwar kurzsichtig und sehe oft alles eher weichgezeichnet und ungenau, aber ein Mann in dieser Viererrunder kam mir bekannt vor. Vielleicht war es auch eher seine Stimme, die ziemlich raumfüllend und tönend war.

Mein erster Gedanke war: Das ist ja Tom Hanks! Mein zweiter Gedanke war: Es ist völlig aussichtslos, jemals in dieser Gegend, in die ich eigentlich gerne wieder ziehen möchte, eine Wohnung zu finden, wenn jetzt hier schon Hollywoodstars rumhängen. Mein dritter Gedanke war: Soll ich etwas sagen?

Es ist nämlich gar nicht so einfach, in ein anregendes Gespräch über alles Mögliche einzuflechten, dass zufälligerweise ein Star aus Hollywood am Nebentisch sitzt. Es hätte ja sein können, dass Loulou vor Freude wild zu kreischen anfängt oder ich kleinmädchenhaft zu kichern beginne. Während ich noch über mögliche Folgen nachdachte, ging Loulou zur Kuchentheke, kehrte wieder zurück und warf kurz einen Blick auf den Nebentisch. Dann setzte sie sich wieder hin. In ihren Augen blitzte es.

„Ist das der, von dem ich denke, dass er es ist?“, flüsterte sie.
„Ja. Das ist der, von dem du denkst, dass er es ist. Er sitzt schon die ganze Zeit da.“

Wir redeten eine Weile in dieser Art weiter. Der Star und seine Begleiter erhoben sich und verließen das Café.

Am Nebentisch standen vier leer getrunkene Tassen. Für einen kleinen Moment überlegte ich, ob ich sie fotografieren sollte, um bei Facebook zu posten. „Aus dieser Tasse trank Tom Hanks.“

Aber da kam schon die Kellnerin und räumte die Tassen ab. Sie war ganz aufgewühlt.

Das war Tom Hanks! Und ich habe ihn nicht erkannt! Wussten Sie, dass das Tom Hanks war? Ich habe ihn nicht erkannt, meine Kollegin hat es mir gesagt. Da sitzt Tom Hanks und ich erkenne ihn nicht. Er wird sich gewundert haben, dass ich ihn nicht erkenne. Wie peinlich. Meine Güte!“, sagte sie voller Aufregung.

Aus dem Hintergrund meldete sich eine Frau, offensichtlich eine Expertin: „Also die sind doch froh, wenn sie nicht angequatscht werden. Darüber sind die doch froh!“

Ich bestätigte der Kellnerin, dass das Tom Hanks gewesen war und ich ihn sofort erkannt hatte.

„Ich wollte nur dem Berliner Image gerecht werden, dass es hier niemanden interessiert, ob da ein Star im Café ist, deshalb habe ich nichts gesagt!“, sagte ich.

„Ist ja auch nur ein Mensch so ein Star“, sagte die Hollywood-Expertin im Hintergrund noch einmal nachdrücklich. „Die wollen Mensch bleiben und nicht ständig angequatscht werden.“

Die Kellnerin überlegte noch einmal.

„Ja, vielleicht denkt der sich auch: Was für eine coole Berliner Kellnerin. Die erkennt mich nicht einmal, obwohl ich ein Star bin!“. Sie wirkte plötzlich optimistisch und sehr zufrieden mit sich selbst.

„Ja, ganz bestimmt, hat er das gedacht!“, bestätigten Loulou und ich der Kellnerin.

In Wahrheit hatten Loulou und ich uns bereits darüber ausgetauscht, dass es doch so war: Nichts gegen Tom Hanks, aber keine von uns hätte wirklich den Impuls gehabt, einfach zum Nebentisch zu gehen.

Den Rest der Zeit im Café überlegten Loulou und ich, wer am Nebentisch hätte sitzen müssen, damit wir hinüber gegangen wären, um ein Autogramm zu erbitten oder den Star zu einem Selfie zu nötigen oder um den Star von Nahem zu sehen. (Ich sagte ja, ich bin kurzsichtig.)

Die Liste von potenziellen Stars, die wir am Nebentisch aufsuchen würden, war sehr kurz.

Ich stellte mir später dann vor wie Tom Hanks überall rumerzählte, dass es in Berlin ein Café gibt, in dem die Kellnerin dermaßen cool ist, dass sie ihn nicht erkannt hat.

„People in Berlin are cool, they don’t recognize you even if you are a star. Believe me, this waitress, she was like absolutely cool, I like this German reserviertheit, that’s what they call their attitude. They do not care if you are a star, you are treated like a simple human being.“

Ich stellte mir vor, wie er das nun allen möglichen Hollywood Stars erzählte und wie sie nach und nach alle in dieses wundersame, unaufgeregte Café mit der coolen Kellnerin kommen würden. Wie bald nicht nur Menschen mit Säuglingen und ihren Eltern aus München oder Stuttgart herumsitzen würden, sondern immer mehr Hollywoodstars. Auf diese Weise würde der Bezirk noch teurer werden und die Mieten noch mehr steigen.

Und ich hätte das rechtzeitig stoppen können. Es wäre so einfach gewesen. Hätte ich doch nur laut geschrien: „Leute, da sitzt Tom Hanks.“

 

(*) Aus der abgebildeten Tasse trank nicht Tom Hanks.

 

 

 

 

 

 

Schwartzsche Villa

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Die Schwartzsche Villa in Steglitz ist eine Einrichtung des Kulturamtes Berlin Zehlendorfs. Hier treffen Kunst, Kultur und Café in besonderer Art und Weise aufeinander. Im Sommer bietet die Villa dem Besucher eine angenehme Wohlfühloase mit einem wunderschönen Biergarten – grün wohin das Auge reicht. Urlaubsfeeling im Berliner Süden – der Gast gewinnt Abstand vom Alltag, dem hektischen Einkaufstrubel und dem nervenden Südberliner Stadtverkehr rund ums Schloss. (Wer noch tiefer ins Grün und in die Stille abtauchen mag, dem sei auch der Botanische Garten empfohlen, eine S-Bahn-oder zwei Bushaltestellen weiter).
Ich war in der Schwartzschen Villa schon einige Male frühstücken und wurde hier immer schnell und freundlich umsorgt.
Der Service ist wirklich einmalig! Die Speisekarte, sowie einige Informationen zum Café als  Integrationsbetrieb von Mosaik finden sich auf der Webseite. Das Café ist biozertifiziert!

Im Innenbereich des Cafés können KünstlerInnen ihre Bilder ausstellen. Die wechselnden Vernissagen machen das Café sehr lebendig und einladend. Weitere Räumlichkeiten sind auch für private Veranstaltungen mietbar.
Montags ab 20 Uhr trifft sich z.B. eine offene Autorengruppe in der Villa. Ab 19:30 Uhr können sich SchriftstellerInnen und solche, die es werden wollen, mit ihren Texten anmelden. In der Gruppe werden die Texte dann später vorgelesen und bearbeitet. Auch ZuhörerInnen sind zugelassen und dürfen sich in die Diskussionen einmischen. Dabei geht es darum, die Texte weiterzuentwickeln und Ideen voranzutreiben.
Ab August 2012 und bis Juni 2013 werden in der Villa thematisch vielfältige Kunstkurse für Kinder und Jugendliche angeboten. Da gibt es Fotosafaris im Botanischen Garten, da werden Wünsche, Träume und Unglaubliches in Collagen festgehalten, märchenhafte Kissen genäht, Figuren und Fabeltiere gebastelt, „Berlin“ eingestrickt und verhäkelt in einem Kurs namens Guerilla Knitting (gestricktes Graffiti), Masken gebaut, Mosaike gesetzt, Geschirr bemalt, mit Feder und Zeichentusche gearbeitet, gedruckt, sich auf den Spuren von Picasso bewegt uvm….
Auch die Musik, Literatur und Kunst für Erwachsene kommen hier nicht zu kurz!
(siehe Kulturkalender)

Schwartzsche Villa
Grunewaldstr. 55
12165 Berlin
Tel. 030/ 90299-2210.
http://www.schwartzsche-villa.de

arabica12

Cappuccino Made in China

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Dass in China unerwartete kulinarische Eindrücke auf mich warten, darauf war ich vorbereitet, als ich im vergangenen Jahr ins Reich der Mitte aufbrach. Neben gekochten Hühnerfüßen begegneten mir ebenso Entendarm und Schlangenbrühe. Als Vegetarierin konnte ich diese Herausforderungen meist erfolgreich umschiffen. Ich war auch darauf gefasst, zwei Wochen auf gut gekühltes Bier und Kaffee zu verzichten. Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Zum einen gab es überall das sehr erfrischende und geschmacklich frauenfreundliche Tsingtao Bier, das mich bei sommerlichen Temperaturen erfrischte und mir den Staub von Pekings Straßen von den Lippen spülte.

Während ich aber Tee in allen Variationen zu jeder Gelegenheit angeboten bekam, suchte ich Cafés, die das schwarze Gold anboten, vergeblich. Umso erstaunter war ich, als ich auf dem Campus der Universität in Xiamen ein sehr modernes, doch wenig frequentiertes Café entdeckte. Es muss wohl für die ausländischen Studenten oder Gastdozenten eingerichtet worden sein, denn chinesische Gäste sah ich keine. Auch das Personal wirkte fehl am Platz. Das Café hätte so auch in Berlin oder einer anderen europäischen Metropole stehen können. Nur hier wirkte es wahrlich außerirdisch. Ebenso die Preise. Neugierig gab ich meine Bestellung auf, an der sich zugleich eifrig alle drei Servicemitarbeiter zu schaffen machten. Ich setzte mich derweil in die Sonne und wartete auch lange. Geschmackstechnisch machte ich mir keine Illusionen. Ich wollte eigentlich nur mein Mensaessen verdauen. Und dann kam er: Mein Cappuccino Made in China. In einer Sammeltasse, deren Design meine Oma verzückt hätte. Goldrand inklusive. Der Milchschaum war liebevoll zu einer Blume drapiert. Der Anblick zauberte mir ein Lächeln in mein müdes Gesicht. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht mehr an den Geschmack erinnern, aber schön sah er aus.

Autorin: Constanze Keiderling

Glücklich am Park…

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Am Ende der Kastanienallee und Ecke Fehrberliner Straße befindet sich das Café Glücklich am Park. Im Sommer und an trockenen und nicht zu frischen Tagen:-) hat man draußen genug Platz und kann sich Eis, Crêpes und Waffeln in allen möglichen süßen und herzhaften Varianten schmecken lassen. Die bunten und etwas ollen Gartenmöbel erfrischen zusätzlich das Gemüt. Bei mir funktioniert das mit dem auf die Plätze fertig glücklichsein:-) vor allem in der Kombination mit Eis. Bei kälteren Temperaturen und Regen wird es drinnen etwas eng. Dann sieht man sich vielleicht besser nach hippen Klamotten um und folgt dem Motto „Kauf dich glücklich“. Denn im Café gibt es auch gleich eine Boutique (Berliner Labels und skandinavische Marken).
Nach dem Anprobieren, Rumstöbern und Einkaufen macht das Café vielleicht doch seinem Namen alle Ehre und es findet sich noch ein Plätzchen zum Kaffee trinken im oberen Stockwerk.

Glücklich am Park
Kastanienallee 54
10119 Berlin
030 41725651

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Morgenrot

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Nach einer längeren Kaffeepause und Caféabstinenz geht’s nun weiter im Text. Prenzlauerberg. Kastanienallee. Die Allee beginnt Ecke Eberswalder Straße-Schönhauser Allee und führt Richtung Mitte bis zur Fehrberliner Straße. Die Kastanienallee wurde 1826 angelegt und sie verdankt den ersten Rosskastanien, die in dieser Zeit angepflanzt wurden, ihren Namen. Heute ist die Allee bekannt für die vielen Cafés , Kneipen und Designerläden, das Lichtblick Programmkino und den traditionsreichen Biergarten Prater. In Reiseführern findet man nicht selten die Bezeichnung „Szenemeile“ oder auch „Castingallee“.
Neulich war ich noch mal im Café Morgenrot zum Brunch. Hmm. Lecker.Wenn man es dann mal an den Anfang der „Schlange“ geschafft hat. Am Wochenende sollte man sich ab 11 Uhr auf diese ein- und anstellen:-) Das vegane und auch- vegetarische Herz schlägt dann – am Tresen angekommen – um so höher.
Selbstgemachte Aufstriche, Tofurührei, bunte und originelle Salate, knusprige Brötchen, Joghurt, Müsli, vegane Schokolade, jede menge Obst, Desserts und essbare Deko. Alles hübsch angerichtet. Die Lebensmittel sind aus fairem Handel.
Ich bin hier bislang nur auf freundliches, „schnelles“ und stressresistentes Personal getroffen.
Das Café ist ein Kollektivbetrieb und arbeitet in enger Kooperation mit Gleichgesinnten in Berlin. Diverse Projekte in Honduras (siehe genaue Infos auf der Webseite) werden von Berlin aus unterstützt.
Im Café finden erfreulicherweise auch Lesungen und Veranstaltungen statt…(siehe Veranstaltungskalender)
Zeitungen, Spiele und Bücher liegen für die Gäste aus.
Das Brunch am Wochenende kostet zwischen 5 € und 9 €. Jeder Gast hat die Möglichkeit soviel zu zahlen wie er kann und mag.
Gelebtes Prinzip einer sozial orientierten Preis- und Geschäftspolitik! Das Konzept scheint aufzugehen…

Café Morgenrot
Kollektivbetrieb
Kastanienallee 85
10435 Berlin
(030) 44 31 78 44
http://www.cafe-morgenrot.de/

arabica12